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BELMONTE

Don. 28.11.

Sonntag 01.12.

 19 Uhr  18 Uhr

Werkstattkino

Werkstattkino

BELMONTE (Federico Veiroj, URU/MX/SP, 2018, 74')

Javier Belmonte ist ein Künstler, der in Montevideo durchs Leben stolpert wie ein ewiger Lehrling. Die Welt der Kunstliebhaber, der geradlinigen Klienten und pragmatischen Galeristen scheint eine andere Sprache zu sprechen. Auch seine Ex-Frau Jeanne, der Belmonte stoisch nachtrauert, ist Lichtjahre von seiner Aura des verträumten Visionärs entfernt. Ein Glück, dass ihre gemeinsame Tochter Celeste, die Belmonte regelmäßig von der Schule abholt, die Unbeholfenheit des Vaters mit Bravour und Charisma kompensiert. Der erstaunliche Durchblick einer feinfühlenden Kinderseele kehrt mit Augenzwinkern das Verhältnis von Vormund und Schutzbefohlenem um. (sg)



BREVE HISTORIA DEL PLANETA VERDE

Mittwoch  27.11.

Samstag 30.11.

21:30 Uhr  21:30 Uhr

Werkstattkino

Werkstattkino

BREVE HISTORIA DEL PLANETA VERDE (Santiago Loza, ARG/D/BRA/SP, 2019, 75‘, OmeU)

Tania erfährt, dass ihre Großmutter die letzten Lebensjahre in der liebevollen Gesellschaft eines fremden Wesens verbracht hat: ein lilafarbener Außerirdischer, so groß wie ein Kind und mit riesigen, dunklen Augen. Wie E.T. packte das Alien aber großes Heimweh und es wurde schwächer und schwächer. Zusammen mit zwei Freund*innen macht sich die Transfrau Tania auf den Weg durch das ländliche Argentinien, um den letzten Wunsch der Großmutter zu erfüllen: das Alien an den Ort zurückzubringen, wo es ursprünglich auf der Erde erschienen ist. BREVE HISTORIA DEL PLANETA VERDE ist eine sensibel erzählte Außenseitergeschichte über bedingungslose Freundschaft mit geräuschlosen Anleihen an das Science-Fiction-Genre und die B-Movies von

John Waters. (sp)



KONSTRUKTION ARGENTINA

Freitag 29.11.

 20:30 Uhr

GASTEIG

KONSTRUKTION ARGENTINA (Fernando Molnar, ARG/D, 2018, 65‘, OmeU)

Im Dezember 1968, ein halbes Jahr vor seinem Tod, reist Walter Gropius nach Argentinien. Der Regisseur Fernando Molnar nimmt diese Reise zum Anlass, um nach den Eindrücken des Bauhaus-Begründers zu fragen. Nebenbei legt er zum 100-jährigen Jubiläum der Kunstschule, die von Weimar und Dessau aus in die Welt ausgestrahlt wurde, die unscheinbaren Spuren offen, die die deutsche Architektur neben spanischen und französischen Bauformen in Argentinien hinterlassen hat. Das Ergebnis ist eine historische Entdeckungsreise und ein visueller Genuss, und zwar nicht nur für Kenner und Liebhaber der Architekturgeschichte. Der Film nimmt den Zuschauer mit auf einen Spaziergang durch Markthallen, Bahnhöfe, Kathedralen, Festsäle, Hotellobbies, Bibliotheken und Banken, die alle einen architektonischen Stempel made in Germany aufgedrückt bekommen haben, und ihre monumentalen Schatten in die Zukunft werfen sollten. (sg)

+ Retrospektive Horacio Coppola



LA CASA LOBO

Dienstag 26.11.

21:30 Uhr

WERKSTATTKINO

LA CASA LOBO (Cristóbal León/ Joaquín Cociña, CL, 2018, 75‘, OmeU)

Im Süden von Chile lebt eine Gemeinde frommer deutscher Siedler. Nach außen vermitteln sie das Bild von lieben und hilfsbereiten Menschen, doch in der Gemeinschaft herrscht ein Regime von Angst und Schrecken. Die junge Schweinehirtin Maria muss eine strenge Strafe fürchten und flüchtet mit ihren Schützlingen aus der Gemeinde in eine Waldhütte. Scheinbar ist diese verwunschen: Das Innere der Hütte mutiert; Gegenstände erscheinen, verschwinden wieder und verwandeln sich ständig. Und dann gibt es noch den bösen Wolf... LA CASA LOBO verbindet Einflüsse aus der heilen Welt Walt Disneys mit Elementen des Horrorfilms. Das Regieduo Cristóbal León und Joaquín Cociña fängt mit seiner Stop-Motion-Animation den realen Schrecken der Colonia Dignidad ein. (sp)



LUCIÉRNAGAS

Freitag 29.11.

Montag 02.12.

21:30 Uhr  21:30 Uhr

Werkstattkino

Werkstattkino

LUCIÉRNAGAS (Bani Khoshnoudi, MX/GR/DR, 2018, 85‘, OmeU)

Der Hafen von Veracruz war von jeher das Tor zu Mexiko – ein Ort der Verheißungen und Frustrationen. So auch für Ramin (Arash Marandi), einen jungen Iraner, der an Bord eines türkischen Frachters den Atlantik überquert. Auf der Flucht vor einem repressiven Regime wagt er einen Neuanfang, und durchlebt seine bittersüße Exilerfahrung im maroden Charme der kolonialen Stadt am Golf von Mexiko. Bei seinen zaghaften Versuchen, sprachliche und kulturelle Barrieren zu überwinden, stößt Ramin auf peinigende Missverständnisse, aber auch auf offenherzige Gleichgesinnte, die ebenso wie er mit den Geistern der Vergangenheit ringen und ihre Sehnsüchte auf eine diffuse Zukunftrichten. (sg)



MONOS

Dienstag 26.11.

19 Uhr

INSTITUTO CERVANTES

MONOS (Alejandro Landes, COL/ARG/NL/S/D/DK/URU, 2019, 102‘, OmeU)

Eine US-amerikanische doctora sowie die Milchkuh Shakira stehen am Anfang dieses Films im Fokus einer Gruppe Jugendlicher, die in den kolumbianischen Bergen campiert. Die doctora jedoch stellt sich schnell als Geisel heraus, die undisziplinierten Heranwachsenden als guerilleros, die im Spannungsverhältnis zwischen Natur, Krieg und Selbstdisziplinierung um ihr Überleben kämpfen. Während sich die Gruppe auf der Flucht immer weiter in die entlegensten Ecken Kolumbiens zurückzieht, wird schnell klar, dass es im Krieg keine Gewinner geben kann und sich letztlich jeder selbst der Nächste ist. (fm)



NUESTRO TIEMPO

Dienstag 26.11.

20 Uhr

WERKSTATTKINO

NUESTRO TIEMPO (Carlos Reygadas, MX/FR/D/DK/S, 2018, 175‘, OmdU)

Der mexikanische Regisseur Carlos Reygadas steht für ein Autorenkino, das mit narrativen Konventionen klugen Unfug treibt. Schon jetzt hat sein Schaffen eine Reihe von Nachahmern – den sogenannten Reygaditas – in die Welt gesetzt. Auch sein fünfter Spielfilm NUESTRO TIEMPO lebt von einer formalen Eigengesetzlichkeit, denn diesmal schlüpft der Regisseur selbst in die Hauptrolle von Juan, einem renommierten Dichter, der das Leben eines wohlhabenden charros, eines berittenen Viehzüchters, führt. An seiner Seite ist die schöne Ester (Natalia López), die vom törichten Vorwitz ihres Gatten ins Zentrum eines Eifersuchtsdramas hineinmanövriert wird. Ungeachtet der unüblichen Filmlänge bietet NUESTRO TIEMPO ein fesselndes „Kino der Intensitäten“ (Wolfgang Lasinger), das die moralischen Gratwanderungen klassischer Stoffe auf die Gegenwart übersetzt, und die Immunität des Zuschauers gegen die Gespenster der Ehre und Eifersucht auszuloten versteht. (sg)



PERRO BOMBA

Freitag 29.11.

19 Uhr

Werkstattkino

PERRO BOMBA (Juan Cáceres, CL/FR, 2019, 80‘, OmeU)

Der junge Haitianer Stevens führt ein bescheidenes, aber geregeltes Leben in Chile, seiner neuen Heimat. Doch die wirtschaftliche Sicherheit hat ihren Preis: Immer wieder muss sich der junge Mann mit den Seitenhieben des Alltagsrassismus auseinandersetzen. Schnell wird klar, dass den unerwünschten Einwanderern vom Staat und der Mehrheit seiner Bewohner nichts geschenkt wird. Als Stevens die Nerven verliert und wegen einer Handgreiflichkeit mit dem Gesetz in Konflikt gerät, wird die Lage für ihn immer aussichtsloser, und ein täglicher Kampf ums Überleben beginnt. Nach dem filigranen Dokumentarfilm PETIT FRÈRE, der im letzten Jahr bei LAFITA zu sehen war, zeigen wir das chilenisch-haitianische Zusammenleben nun aus einem anderen Blickwinkel. (fm)



THINKING LIKE A MOUNTAIN

Mittwoch 27.11.

Samstag 30.11.

19 Uhr 19 Uhr

Werkstattkino

Werkstattkino

THINKING LIKE A MOUNTAIN (Alexander Hick, D, 2018, 91‘, OmeU)

Alexander Hick, Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film München, nimmt uns in seinem dokumentarischen Essayfilm mit in die Sierra Nevada de Santa Marta, die höchste Bergkette Kolumbiens. Über den Wald und das Gletschereis wachen dort die Arhuaco, eines der vier indigenen Völker vor Ort, die in symbiotischer Beziehung zu ihrem Land leben. Doch nicht einmal in dieser abgelegenen Region im Nordwesten des Landes gelingt es ihren Bewohnern, sich politischen Konflikten zu entziehen. (fm)